Welcome to Albania, Gezuar!

Mit dem Furgone durch Albanien

 
12Oktober
2013

Miredita! Auf nach Albanien

Albanien, wollt Ihr da wirklich hin? Diese und ähnliche Fragen hörten wir oft vor unserem einwöchigen Urlaub.

Albanien ist eines der letzten unbekannten und geheimnisvollen Länder mitten in Europa. Ein kleines Land, dass oft die unbeliebte Rolle des Spielballes der europäischen Großmächte einnahm.

Und jetzt - eines der spannensten Länder zum individuellen Reisen. Naturschönheiten, Karstberge, mediterrane Rivieraküste, Flusslandschaften und vor allen der Ohridsee an der Grenze zu Mazedonien. Unverbaute Küsten, Passstrassen durch die imposante Berglandschaften, Reste griechischer und römischer Städte, byzantinische Mosaike, Häuser aus der osmanischen Zeit und unzählige orthodoxe Kirchen.

Abseits der touristischen  Pfade, ja Tourismus ist kaum vorhanden, außer vielleicht am türkisblauen Küstenabschnitt nahe Sarandë im Süden. Dafür umsomehr herzliche Begegnungen mit gastfreundlichen, offenen und toleranten Menschen.

Albanien ist unser persönlicher Geheimtipp und sollte bereist werden, bevor dort die Investoren einfliegen.

unsere Reiseroute   Albaniens Flagge

Viel Freude beim Lesen, Entdecken und "Lust bekommen" auf ein besonderes Land!

12Oktober
2013

Tirana, Mirë se erdhët!

Ankunft in Tirana. Von München nach Tirana in nur 1,5 Stunden und trotzdem liegen Welten dazwischen. Der Flughafen ist modern und trägt den Namen der berühmten Friedensnobel-preisträgerin Nënë Tereza, auch bekannt als Mutter Teresa. In Tirana ist sie erst in jüngster Zeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

am Flughafen    Der albanische Doppelkopfadler   Bronzestatue   Monika und Mutter Tereza    nette Herren im Stadtpark (wollten unbedingt auf´s Foto)     

Tirana ist eine moderne Stadt, etwa 1 Millionen Einwohner, eine Stadt mit kosmopolitischen Anstrich, mit vielen jungen Albanern, die zu unser Überraschung alle sehr gut Englisch, Italienisch und teilweise einige Sätze Deutsch sprechen.

Wir wohnen im Tirana Backpacker Hostel, was sehr zentral gelegen ist, 5 Minuten vom Skanderbeg Platz, das eigentliche Herz Tiranas. Die Inhaberin ist in Essen aufgewachsen und begrüßt uns in deutscher Sprache. Unser Zimmer liegt im Keller und zuerst versuchen wir die tausenden Mücken zu erlegen, entscheiden uns dann aber lieber für einen elektronischen Mückenstecker. Das Hostel ist umgeben von Zitronen- und Orangenbäumen, es duftet exotisch und wir durfen uns direkt an den Bäumen die köstlichen Früchte pflücken.

Da wir morgen unsere Rundreise beginnen, starten wir das Sightseeing Programm durch die Hauptstadt.

Vom Skanderbeg Reiterdenkmal, Skanderbeg ist der Nationheld Albaniens, geht es an der alten Moschee Et´hem-Bey vorbei, die in der Hauptstadt alle Wirren überstanden hat. Am zentralen Platz liegt auch das Nationalmuseum, leicht zu erkennen am großen Mosaik an der Fassade. An der anderen Seite des Platzes liegen die ockerfarbigen Ministerien im italienischen Renaissancestil.

unser Hostel in Tirana    unser Zimmer    Mandarinen zum Selbstpflücken    Nationalmuseum    kleine Huskys zum Verkauf

Skanderbeg Denkmal und großzüger Platz   überall albanische Flaggen   Parkbank    Moschee und Uhrturm    auf der Suche nach unserem Hostel  

Durch die Fussgängerzone gehts zur katholischen Kirche, die Mutter Teresa 1991 nach ihrer Restaurierung feierlich beim Besuch in Albanien eröffnete.

Auffällig ist auch die imposante Pyramide, die heute nur noch eine kultige Ruine ist und von wagmutigen Kletteren bestiegen wird. Achtung ist super glatt und echt steil, aber eine tolle Rutschbahn! Leider wirkt die Pyramide total vernachlässigt. Die Tochter des Diktators Hoxha verwirklichte den Marmorbau 1988, der teuerste Bau, der je im Kommunismus verwirklicht wurde. Und gegenüber entdecken wir den ersten Betonbunker in der Stadt. Das ganze Land ist voller Bunker, 6000 Stück sollen es sein die an die Zeit erinnern, als die Regierung die Menschen in Angst und Schrecken versetzte und seine paranoiden Wahnvorstellungen auf die Bevölkerung übertrug. Zum Abtragen fehlt das Geld, viele sind heute bunt bemalt oder werden als Schafstall genutzt. Aber es gibt auch supermoderne Architektur im Zentrum. Daneben wird fast alles in den Strassen verkauft. Neben einem großen Angebot an frischem Obst und Gemüse, auch lebende Puten und Hühner, Schuhputzer bieten ihre Dieste an, Kinder verkaufen Packungen mit Pflastern für einen Euro. Euros werden gern genommen, 300 Euro ist der Durchschnittsverdienst der Albaner. Tourismus gibt es kaum, dabei wäre er eine wichtige Einnahmequelle.

      Die Ruine der Pyramide   Fussgängerzone   Statue vor der katholischen Kirche   Einmannbunker    überall Müll, ein großes Problem in Albanien    

moderne Architektur Tiranas   wilde Streuner in der Stadt   Lifestock, Hühner und Puten   Basar   Eingang zum Fussballstadium   Popcornverkauf

 

13Oktober
2013

Mit dem Furgone nach Berat

Mit dem Furgone, Kleinbusses wie VW Busse, Ford Transit oder mit der beliebten Marke Mercerdes, eigentlich in die Jahre gekommende Neun- bis Zwölfsitzer, starten wir unsere Rundreise. An großen Kreuzungen der Stadt fahren die Furgone ab, die Einheimischen wissen, wo genau die Abfahrtsplätze zu finden sind. Feste Abfahrtszeiten gibt es nicht, wenn der Kleinbus voller Passagiere ist, geht´s los.

Abfahrtsplatz in Tirana   bequemes Reisen   Scottis Hostel   Häuser von Berat   orthodoxe Kirche unterhalb der Burg

Über Durres an der Küste, dorthin gibt es eine der wenigen Autobahnen, geht die Reise über Lushnje nach Berat. Die Strassen sind teilweise im Bau, voller Schlaglöcher, Schafe, Kühe und wilde Hunde laufen unvermittelt über die Strasse. Aber die Furgonefahrer sind gute Fahrer und die Stimmung unter den Fahrgästen ist entspannt. Musik unterhält die Fahrgäste, wir sind die einzigen Touristen auf der Fahrt quer durch´s Land und kommen schnell in Kontakt. Transportiert wird fast alles, auch geben einige Mitfahrer einzelne Frachtstücke mit auf die Fahrt. So kommen wir gut durchgeschüttelt in Berat nach 3,5 Stunden Fahrtzeit (160 km) an. Unser Ziel ist das Hostel von Scotti in Berat, der dort ein schönes Backpackerquartier in einem historischen Steinhaus betreibt. Im christlichen Viertel Gorica, auf der Schattenseite Berats gelegen, finden wir diese tolle Unterkunft für eine Nacht.

Kirche und antike Ruinen auf der Burg   der große Xhiro in Berat   Blick von der Burg zum Fluss Osum   Die osmanischen Häuser mit den vielen Fenstern   vor der Kulisse von Berat

Berat zählt heute 7000 Einwohner und ist eine der ältesten Städte Albaniens. Die Stadtviertel aus osmanischer Zeit sind gut erhalten, seit dem Jahr 2005 wurde Berat in die UNESCO Weltkulturerbe-Liste aufgenommen. Das sorgt angeblich für die Ankurbelung des Tourismuses, aber Touristen treffen wir keine. Die schiefergedeckten Dächer der Stadt und die weißen Fassaden mit braunen Fenster drängen sich in den Gassen aneinander und sind ein tolles Fotomotiv. Die Burg von Berat aus dem Mittelalter ist heute noch bewohnt und bietet einen tollen Ausblick über das Flusstal des Osums. Berat sollte niemand verlassen, ohne einmal am allabendlichen Xhira teilgenommen zu haben. Die Strassen füllen sich ab 19:00 plötzlich mit Menschen, alt und jung treffen sich entspannt in einer der vielen Bars am Flussufer oder beobachten einfach nur das Geschehen. Nach ca. 2 Stunden ist alles wieder vorbei.

Gut für uns, wollen wir doch morgen schon um 7:00 mit dem Furgone weiter nach Gjirokastra.

14Oktober
2013

Historisches Gjirokastra (Südalbanien)

Gjirokastra ist mit seinen 35.000 Einwohnern eine der erstaunlichsten Städte in Albanien. Ca. 2,5 Stunden dauert unsere Fahrt über die Landstrassen. Auch Gjirokastra ist seit 2005 UNESCO Weltkulturerbe und trägt den Beinamen "Stadt der tausend Fenster". Und sie ist vielleicht die steilste Stadt der Welt. So wählen wir ein Taxi, um zu dem uns empfohlenen Quartier unter der Burg zu gelangen. Über das Kotoni B & B habe ich zuvor in einem Blog von Motorradfahrern gelesen. Das kleine Gästehaus wird von Vita und Haxhi Kotoni (www.kotonihouse.com) betrieben und hat gemütlich eingerichtete Zimmer mit fantastischem Ausblick. Von dort ist der Weg zur riesigen Festung, die alles überragt, nicht mehr weit.

  Abreise am Morgen in Berat   Fensterplatz im Furgone   Gästehaus Kotoni   Amerikanische Maschine auf der Festung   die Uhrturm auf der Festung  

Der Aufstieg zur Festung mit seinen Grundmauern aus dem 3. Jahrhundert ist sehr mühsam. Für Oktober sind die Temperaturen mit über 25 Grad aber angenehm. Wir haben Glück, denn bei Regen verwandelt sich die glatte Pflasterung der engen Strassen Gjirokastras in eine steile Rutschbahn. Die Festung bietet einen schönen Panoramaausblick, Unmengen militärischen Equipments in einem Waffenmuseum, einen historischen Uhrturm und ein Gefängnis, das im Kommunismus noch genutzt wurde.

Unterhalb der Festung im Gewirr der Gassen treffen wir auf Anzeichen von Tourismus, einige Souvenirsläden reihen sich aneinander. Wir wagen einen Spaziergang ins neue Gjirokastra, dass unten im Tal liegt. Dort treffen wir am Fluss Drino auf die ärmsten Albaniens, die Roma. In Albanien schätzt man ihre Anzahl auf 100.000 und auf unserer Fahrt durch das Land werden wir immer wieder auf Romalager treffen. 

Souvenirladen, alles in rot mit schwarzem Adler   Wäsche über einem Zaun, Romalager   Blick von der Festung   Lastentier mit Holzsattel   noch viel Arbeit

Morgen geht es weiter nach Saranda und an die albanische Riveraküste.

15Oktober
2013

Über den Muzina Pass nach Sarandë und Himarë

Der heutige Tag ist geprägt von einer langen Fahrt Richtung Sarandë. Sarandë am Meer liegt an der Grenze zu Griechenland und in Sichtweite zu der Insel Korfu. Sarandë war noch vor einiger Zeit ein verschlafenes Nest, heute eine moderne Stadt, wo Hotels aus dem Boden schiessen. Wunderschön liegt Sarandë an der Bucht des Ionischen Meeres, türkisblaues Wasser mit langen Sandstränden. Die Fahrt im Furgone über den Pass hat es in sich. Im Vorfeld werden "Spucktüten" ausgegeben und bei den vielen Kurven und Serpentinen machen manche Passagiere auch Gebrauch von den Tüten. Gut das unser Frühstück ausgefallen ist.

Busfahrt  Granatäpfel in den Gärten    Pause und Umsteigen in Furgone   Beschriftung am Furgone     

Sarandë mit der tollen Strandpromende und dem Hafen für Kreuzfahrtschiffe lassen wir links liegen und fahren mit dem öffentlichen Bus zu unserem eigentlichen Ziel, nach Butrint. Da wir bei der Anreise unser privates Quartier nicht gleich finden, lassen wir unser Gepäck am Eingangsbereich der Ausgrabungsstätte stehen. Um unsere geplante Reiseroute in einer Woche zu schaffen, planen wir um und wollen wir heute noch möglichst weit gen Norden kommen.

Aber zuerst Butrint, ein Paradies am Ende der Halbinsel Ksamil und vor dem Vivar Kanal gelegen. Griechenland ist von hier nur einen Sprung entfernt. Die Fähre über den Kanal ist auch ein Erlebnis. Eine Seilwinde zieht ein wankeliges Ponton aus Holz und Fässern über den Kanal. 2 Euro kostet die Fahrt für Fahrzeuge, Personen fahren frei mit. Wir fahren hin und her und mich erinnert die Fähre an abgelegene Gebiete in Asien.

Fähre über den Kanal   Überfahrt mit der Fähre   Fährhaus in Butrint   Seil als Absturzsicherung   Antikes Butrint  Theater

antike Thermenanlage   Baptisterium   See von Butrint   Säulen in Butrint  wilde Alpenveilchen   Basilika

Mosaik am Boden   antike Reste von Wohnhäusern   Anlage mit Theater   Furgone von Sarande Richtung Norden

Wir unternehmen einen Rundgang durch die Ausgrabungsstätte, wo man locker einen halben Tag verbringen kann. Es gibt viel zu entdecken, ein Theater aus dem 2. Jahrhundert vor Christus für ca. 2000 Personen, die Agora, der antike Marktplatz, Überreste einer alten Thermalanlage, das Gymnasium, eine Sporthalle aus dem 2. Jahrhundert nach Christus, Überreste eines Baptisteriums und entlang der Küstenlinie die alte Stadtmauer. Besonders imposamt finden wir die antike Basilika aus dem 6. Jahrhundert, dessen Größe beeindruckend ist. Auch in dieser hochinteressanten Ausgrabungsstätte treffen wir auf wenige Besucher und können uns so in aller Ruhe von der Kulisse bezaubern lassen.

Zurück in Sarandë stellen wir fest, dass heute kein Furgone mehr Richtung Norden fährt. Ein Taxifahrer bringt uns an den Ortsausgang von Sarandë, wo uns ein Monteur in seinem Lieferwagen nach Himarë an der Küste mitnimmt. Leider kann unser Chauffeur wenig Englisch, fährt uns aber sicher durch die Bergwelt. Er setzt uns in Himarë am Ortseingang ab und schon spricht uns ein Mann an, ob wir ein Zimmer suchen. Wir folgen ihm ins Hotel direkt am Meer. Ein traumhaftes Zimmer bewohnen wir für eine Nacht (wieder sind wir die einzigen Gäste). Bei offenem Fenster hören wir das Meersrauschen.

Der Küstenabschnitt bei Himarë an der albanischen Riviera wird oft mit der französischen Riviera verglichen. Das Wasser ist kristallklar und der Strand bietet tolle Bademöglichkeiten. Da es schon fast dunkel wird, halten wir nur kurz unsere müden Füsse ins Wasser. Im kleinen Zentrum der Stadt geniessen wir frischen Fisch und leckeren griechischen Salat. Der Dorfsheriff am Nachbartisch gibt eine Runde Raki aus.

Blick auf unserem Zimmer   unser Zimmer   Bunker am Strand   Felsklettern   Küste an Abend   am Meer

 

 

16Oktober
2013

Von Himarë über Rogozhinë und Elbasan nach Korçë

Himare am Strand   mit Palmenwedel   am Strand   Mercedes am Strassenrand   leerer Strand in Himarë   Salzauen

Heute fahren wir wieder früh um 7:30 in Himarë los. Der Furgone kommt fast pünktlich an und in den nächsten Stunden windet sich der große Bus über endlose Serpentienstrassen und über steile Pässe. Nach Dhermi kommt der bekannte Llogara-Pass, der gute Fahrkünste und Konzentration fordert. Oben am Pass gibt es eine Pause und wir kommen mit Diti ins Gespräch, der aus Borsh kommt und nach Tirana fährt. Diti lernt seit einem Monat Deutsch, spricht fast akzentfrei und zeigt uns seine Aufgabenhefte. Neben Deutsch spricht er fließend Englisch, Türkisch und Italienisch mit seinen 20 Jahren.Wir sind beindruckt und leider vergeht die Fahrt viel zu schnell. In Rogozhinë wechseln wir den Furgone, ein weiteres Mal in Elbasan.

 Pause am Berg   mit Diti   Rast am Berg  Toilette an der Raststätte  Angebot an der Raststätte  Passstrasse  

Die Altstadt von Elbasan ist umringt von einer großenteils erhaltenen und imposanten Stadtmauer. Die Gassen darin sind eng und verwinkelt mit buckligem Kopfsteinpflaster, die Häuser nur teilweise verputzt, ansonsten weiß gekalkt. In Elbasan bleibt aber keine Zeit für einen Aufenthalt,  und weiter geht die Fahrt im Furgone. Diesmal fahren im Kleinbus nur Frauen mit, die während der Fahrt immer wieder Lieder anstimmen und viel lachen. Die Stimmung ist toll!

Überall an Autos   Fischstand am Ohridsee   Stadtmauer von Elbasan    Festungsturm in Elbasan    Arbeiten im Maisfeld     

Mit dem Kleinbus geht es durch die grandiose Bergwelt der albanischen Alpen mit vielfältigen Gesteinsarten, weiten Blicken, steilen Abhängen, teils bewaldet, teils felsig, teils mit Gras bewachsen. Bevölkert nur von vereinzelten Ziegen, Schafen und Kühen. Und immer wieder mit großen Schafherden mit Hirten und ihren Hunden. Auf halber Strecke machen wir Pause, überall sprudeln hier Quellen und wir trinken das frische Quellwasser. Viele füllen sich das frische Wasser in Trinkflaschen ab. Im Umkreis haben sich viele Autowäscher angesiedelt, hier wird mit dem Gut Wasser nicht gerade sparsam umgegangen. Aus Schläuchen spritzt das Wasser wild umher.

  Fischstand und Wohnhaus    Barunje   Die Weite des Ohridsees   Abendstimmung über dem Ohridsee   Esel als Lastenträger   Ohridsee   Stärkung mit pikanten Crepes

Dann erreichen wir endlich den Ohridsee, der bereits aus der Ferne glitzert. Die Frauen im Bus überreden den Chauffeur am Ufer bei einem Verkaufsstand zu halten. Überall am Straßenrand werden kleine Fische angeboten. Einige Tage später werden wir die leckeren Fische auch zum Abendessen serviert bekommen. Und dann erreichen wir endlich Korçë.

Miredita! Korçë - Das Paris Albaniens

Kathedrale Ringjallja      Gästehaus in Korce    Unser Gästehaus   der alte Basar   Bestetze Häuser von Roma   breite Fussgängerzone

Korçë mit seinen 60.000 Einwohnern wird oft als die „Wiege der albanischen Kultur“ bezeichnet. Die Stadtarchitektur mit ihren osmanischen und französischen Einflüssen, den breiten, von Bäumen gesäumten Boulevards und den üppigen Parkanlagen sowie den Stadtmärkten, Monumenten, Moscheen und Kirchen macht Korça zu einer besonderen Seltenheit in Albanien. Korçë ist für seinen omanischen Basar bekannt, der sich heute leider in einem halb-verlassenen Zustand befindet. Im Basar verstecken sich zwei  „Hans" im Gewühl der vielen Stände. Vielleicht erinnert Ihr Euch nach an Karl May: Ein Han ist ein Hof, in dem zur Zeit der Türken Gäste untergebracht wurden. Dazwischen verkaufen heute Sinti und Roma Haushaltswaren und Kleider und auch Lebensmittel. In einigen Bauruinen am Basar sind Roma-Familien eingezogen. Eine Sanierung des Viertels wird immer wieder aufgeschoben, das enorme touristische Potential wird nicht oder kaum erkannt.

Marktstände   Ruinen am Basar   alte Moschee   Verkaufsstand     

Zentrum des Geschäftslebens von Korçë ist der um 1900 mit Lindenbäumen und breiten Gehwegen angelegte „Bulevardi Republika“, an dessen Südende sich die Basilika befindet. Korçë  ist ebenfalls bestens bekannt für feine Woll-, Filz- und Teppichprodukte. Leider hat die letzte Teppichfabrik, die auch einen Verkauf hatte, gerade zugesperrt.

Im Gästehaus Kotoni hatten wir den Tipp für unsere Übernachtung in Korçë erhalten. Die Inhaberin des "Bujtina Sidheri" (bujtina.sidheri@hotmail.com) empfängt uns in ihrem zentral gelegenen Gästehaus und überrascht uns morgens mit einem leckeren einheimischen Frühstück.

17Oktober
2013

Добар ден! Dobar den! Zu Fuss nach Mazedonien

Von Korçë fahren wir mit einem Umstieg in Pogradec mit dem Furgone bis zu mazedonischen Grenze. Dort ist Endstation. Wir gehen zu Fuss über die Grenze, da der Furgonefahrer aus Albanien keine Lizenz für Mazedonien hat. An der Grenze ist nichts, wir passieren den Grenzposten auf der PKW Spur und werden interessant beäugt. Albanien unterscheidet sich hier kaum von Mazedonien. Abgesehen von der Schrift. Einige hundert Meter hinter der Grenze liegt das Kloster Sveti Naum und seine gleichnamige Klosterkirche. Die zählt zu den bedeutendsten historischen Denkmälern der Region. Das Kloster wurde zwischen 893 und 900 von dem Gelehrten Naum und lohnt einen Besuch. Am Ufer des Ohridsee befinden sich eine Vielzahl von Souvenirständen und hier treffen wir auch erstmals auf andere Touristen. Die 30 km von Sveti Naum Richtung Ohrid gönnen wir uns ein Taxi. Während der  kurvenreichen Fahrt gibt es immer wieder atemberaubende Ausblicke auf den See und neu entstandene Hotelanlagen.

So gelangen wir nach Ohrid, dass heute das wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Zentrum bildet und der größte Ort am Ohridsee mit seinen 42.000 Einwohnern ist. Sehenswert ist die gut erhaltene Altstadt, die mittelalterliche Festung, die vielen Kirchen, Klöster und Moscheen sowie der große, jahrmillionen alte See. Ohrid zieht nicht nur Gäste aus den Balkanländern, sondern auch aus ganz Europa an. Von Ohrids Hafen, in dem Ausflugsboote dümpeln, führen enge Gässchen vorbei an restaurierten Balkanhäusern mit vorragendem Obergeschoß zur Sophienkirche. In eine Moschee umgewandelt, büßte der typisch byzantinische Ziegelbau nach der osmanischen Eroberung Glockenturm und Kuppel ein. Aber unter einer Kalkschicht überlebten wunderbare Fresken wie die kraftvoll archaische Muttergottes in der Apsis. Wenige Schritte weiter entzückt Sveti Kliment den kunstsinnigen Betrachter mit einer üppigen Ausmalung, die wirklich kein Stückchen Mauer frei lässt.
1979 wurde der Ohridsee in die  UNESCO-Liste aufgenommen und ist der größte See Mazedoniens und einer der ältesten der Erde. Der Wasserspiegel liegt 695 m über dem Meeresspiegel. Der Ohridsee hat eine maximale Tiefe von 289 m und nimmt eine Fläche von 349 km² ein. Der größere Teil gehört zu Mazedonien, der kleinere zu Albanien. Am mazedonischen Ufer sind Ohrid und Struga die wichtigsten Städte, am albanischen ist es Pogradec. Insgesamt leben mehr als 200.000 Menschen rund um den See. Der See ist bekannt für seine Ohrid-Forelle, in Albanien auch Koran genannt. In Albanien landet er noch auf dem Teller, in Mazedonien hingegen nicht mehr.

Nach unserer Stadtbesichtigung in Ohrid nehmen wir einen mazedeonischen Bus bis Stuga und handeln anschließend einen Fixpreis für eine Taxifahrt nach Albanien in das Dorf Lin aus. Lin soll das schönste Dorf Albanien sein und malerisch am Ohridsee liegen. So geht´s mit dem Taxi erneut über die Grenze und 12 km weiter erreichen wir Lin. Unser Reiseführer empfiehlt „Lins Guesthouse“  (+355 68 23 53 852) als familiäre Frühstückspension mit Seezugang.

Grenze zu Mazedonien   Mazedonien     Sveti Naum    orthodoxe Kirche    am See      In Ohrid

kleine Kirche bei Sveti Naum   Ohrid   Cevapcici   Flagge   mazedonisches Kennzeichen  zu Fuss an der Grenze   zu Fuss Richtung Ohrid     Quellen, die den Ohridsee speisen   Fischerboot am See   Amphitheater in Ohrid   

Sonnenuntergang am See     Die Altstadt von Ohrid  mit unserem Gastgeber  Abendessen   Fischer am See  Im Dorf Lin  

  Klettern über Zäune      Dorf Lin, Hauptstrasse   Dorfstrasse   Frisör für 1 Euro   Unser Quatier in Morgenlicht

Der Inhaber von Lins Guesthouse zeigt uns unser wunderbares Zimmer mit Blick an dem See. Im Sommer muss es hier am See traumhaft sein. Auf dem See dümpeln kleine Fischerboote, die ihre Netze auswerfen.  Abends spazieren wir noch durch das Dorf Lin, wo die Zeit scheinbar stehengeblieben ist. Unser Gastgeber bereitet das Abendessen für uns vor, leckeren S alat, Brot und gegrillte Fische. Auch der Raki ist selbstgebrannt. 

Am nächsten Tag bestaunen wir noch die Ruine einer Basilika über dem Dorf Lin, das auf einer Halbinsel liegt, und gehen zur Hauptstrasse, um mit dem Furgone Richtung Tirana zurückzufahren.

  

 

18Oktober
2013

Kruja und Skanderbeg DER Nationalheld

Zurück in Tirana checken wir in das christliche Gästehaus St. Stephen Center (www.stephencenter.com), das sehr zentral liegt,  ein. Dann wollen wir noch per Furgone nach Kruja, denn "Wer nach Albanien reist und das Bergstädtchen Kruja nicht besucht hat, war nicht in Albanien!"

Souvenirshop in Kruja   Im Furgone    Stephen Center in Tirana    Festung von Kruja  Blick von Kruja Ruchtung Tirana    gewebter Teppich aus Kruja

Nicht nur die stolzen Bewohner der schönen Stadt am Fusse des Bergmassivs "Mal i Skanderbeut" behaupten dies. Tatsächlich blickt Kruja auf eine jahrhunderte alte Geschichte zurück. Bereits 1444 traf der gefeierte Nationalheld Gjergj  Kastrioti, genannt Skanderbeg, in Kruja mit den anderen albanischen Feudalherren zusammen, die ihn dort zu ihrem Führer im Kampf gegen den Sultan wählten. Skanderbeg ist der Nationheld Albaniens!

Natürlich hat eine Stadt wie Kruja ihre Touristen und dafür eine wunderschöne, authentisch angelegte Museumstrasse mit Basar, die für manchen deutschen Antiquitätenhändler unschätzbare Werte beherbergen würde. Für albanische Verhältnisse sind die zum Verkauf ausgestellten Waren sehr, sehr teuer, für unsere Verhältnisse aber immer noch ein wahres Schnäppchen! Wir haben auf jeden Fall große Freude mit unserem  handgewebten Teppich aus Schafwolle.

Überrascht

So heisst es morgen Abschied nehmen und wieder zurück ins kühle Österreich!

Mirupafshim! Auf Wiedersehen Albanien!

Danke für Euren Besuch auf unserer Seite! Planmäßig ist alles fertig geworden, denn morgen geht´s schon nach Hongkong!